Are you in your right mind?

Die Fletcher School empfiehlt, sich für den Abschied von Zu Hause Zeit zu nehmen. Zu Hause ist für mich eigentlich kein Ort, sondern ein Gefühl, was ich an diesen Orten haben kann, an denen ich auf die Menschen treffe, die ich kenne, in deren Gegenwart ich mich wohl fühle. An genau diesen Orten habe ich die letzten zwei Wochen verbracht. Trotz vieler organisatorischer ToDos durfte ich wunderbare Momente erleben!

Enjoy Life

Enjoy Life

  • Southside: Von Donnerstag bis Montag klasse, verrückte Konzerte erleben, feiern, unmöglich benehmen, zelten, Flunky-Ball spielen (ja, ja, ich weiß: “Was´n Flunky Ball werden sich einige fragen”. Kurzfassung: zwei Mannschaften stehen sich in einigem Abstand gegenüber, jeder hat eine volle Dose Bier vor sich. Es gewinnt die Mannschaft, in der alle Spieler als erstes ihr Bier getrunken haben. Trinken darf man eben dieses aber nur dann, wenn ein Spieler aus der eigenen Mannschaft mit einem Ball die Flasche trifft, die in der Mitte zwischen den Mannschaften steht. Ist die Flasche umgefallen, trinkt also die eine Mannschaft und die andere muss rennen, einer zum Ball, einer zur Flasche. Ist die Flasche in der Mitte wieder aufgestellt und der Spielball sicher, muss die Trinkmannschaft aufhören zu trinken.)
  • In meiner Heimatstadt Kassel „nur kurz“ einen Überraschungsbesuch bei Freunden machen, gegen Mitternacht beschließen, dass das mit dem Nach Hause Fahren nichts mehr wird und völlig übermüdet, aber glücklich am nächsten Morgen auf deren Couch aufwachen. Spontan in die alte Schule, das Friedrichsgymnasium Kassel fahren, zufällig meine Lieblingslehrerin treffen und mit ihr in der alten Schul-Cafeteria, in der der Kaffee immernoch nur 50Cent kostet, über die Schulreform, die faulen Schüler und alte Jahrgangskameraden reden.
  • Mit Papi eine Runde Dart spielen und 0,2l Super-Pils aus der typischen Biertulpe trinken, und das in einer alten Kasseler Kaschemme. Nein, über den Ausgang müssen wir jetzt nicht reden. Steht ab sofort auf meiner Löffelliste: Auch mal Vadder beim Dart so richtig besiegen. 😉
  • Auf der „StipVisite“, dem Jahrestreffen der Journalistischen Nachwuchsförderung, endlich wieder mit vielen Co-Stipendiaten ein witziges Wochenende verbringen – mit Bogenschießen, Axtwerfen, Kanufahren und einer unglaublich “trash”ig-guten Galaparty mit Piratenmotto am Samstagabend. Sonntagmorgen um 05.00Uhr zum orangenen Sonnenaufgang über den Sinn des Lebens und die Möglichkeit, die Welt zu verändern, diskutieren.
  • Die Gerüche auf dem Weg zur U-Bahn am Alex. Eine Mischung aus Schweiß, Dönerbäh, Bierausdünstung und Pipi – echt eklig, aber ich musste lächeln. Ein Spaziergang entlang der Spätkäufe an meinem Kiez, in dem man immernoch einen Kasten Sternburger-Bier für unter 10Euro kaufen kann (woher ich das weiß: Ja, da war dieser Abend, andem ich alle eingeladen hatte zu mir nach Hause und leider selbst aufgrund eines Ruderevents viel zu spät kam. Aufgrund schlechtem Gewissens brachte ich Bier mit – und war verzückt über die Tatsache, dass ich nachts einen Kasten Bier in Berlin für 10Euro kaufen kann, um ihn in meine Wohnung zu bringen, in der meine Gäste seit Stunden saßen:-))
  • Ein wunderbares Wiedersehen mit vielen Kollegen auf dem Sommerfest im Botanischen Garten in Jena. Feststellung: Giftpflanzen sollte man nicht anfassen und dieses Gerücht, dass Piranhas eigentlich harmlos sind, kann ich jetzt so nicht bestätigen.

Warum aber dieser Titel? 

Die letzten zwei Wochen waren auch deshalb so schön, weil ich zugelassen habe, sie zu genießen. Keine Frage: Veränderung, Freizeit, viele Bekannte treffen ist alles super. Doch letztlich zählt die Einstellung. Warum habe ich das eigentlich nicht schon früher/viel öfter gemacht?, frage ich mich. Witzigerweise ging es mir vor größeren Veränderungen häufiger so:

Als ich aus Mannheim wegzog, entdeckte ich die Stadt, genoss jeden Abend in meiner Wg und sei es bei einer spontanen „Mensch-ärgere-Dich&Döner-Session“. Übrigens: Mensch ärgere Dich mit Rückwärtsrausschmeißen und Schmeißpflicht kann ein sehr, sehr langes aufreibendes Spiel sein, dass irgendwann auch das ruhigste Gemüt aufwühlt. Zur Beruhigung empfehle ich noch Schnäppserl. Verkürzt das Spiel, wirkt beruhigend. Sonst fliegen womöglich noch die Spielfiguren quer durch die Bude.

Während meiner letzten Wochen in Berlin habe ich ganz oft Schreib- und Lesezeug gepackt, um in einem Café zu arbeiten. Das Treiben der Hipster und Yuppies zu beobachten ist eine der besten Inspirationen.

Seitdem ich wusste, dass ich Aalen verlassen werde, bin ich mit ganz anderen Augen durch die Stadt gegangen und habe viele kleine Kneipen und Läden entdeckt, für die ich vorher gar kein Auge hatte.

Brauche ich das Wissen um die Endlichkeit der Dinge, um sie schätzen zu lernen? Oder habe ich eine andere Einstellung zu den Dingen, wenn ich weiß, dass sie sich verändern werden? Wahrscheinlich muss ich für diesen Post gar keinen pastoralen Schluss finden, sondern einfach akzeptieren, dass das Leben gerade verdammt schön und gut zu mir ist!

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