Wähle die Zufriedenheit

Gestern hatte ich mein letztes Uniseminar. Und bevor ich jetzt erstmal untertauche, um das zu tun, was mich von meinem Master trennt (2 Klausuren, zwei Paper und die Masterarbeit), wollte ich die Abschiedsrede meines Professors mit Euch teilen und Euch ein Update in Form von Fotos geben.

Professor David Collis unterrichtet an der Harvard Business School Corporate Strategy. Seine Art zu unterrichten ist einzigartig. Er ist Brite und legt auch nach 40 Jahren in Boston sehr großen Wert auf seinen Akzent und wird nicht müde zu betonen, dass die Amerikaner keine Ahnung von Schokolade haben. Seine Seminare sind pures Entertainment mit ziemlich hohem Anspruch.

Er hat uns seit Januar dazu gebracht, völlig anders über Geschäftsmodelle von Konzernen nachzudenken und die gesamte Organisationsstruktur von Firmen zu hinterfragen. An unserem letzten Tag hat er nach einer Zusammenfassung aller Materialien seine Unterlagen gepackt und gesagt, dass er eine persönliche Botschaft für uns hätte.

Er erzählte, dass die Karrierewege der klassenbesten HBS-Absolventen jedes Jahres dokumentiert würden. Zu Klassentreffen würde dann meist berichtet, wie ihre Karriere verlaufe. Zu seinem letzten Klassentreffen hätte das wie folgt ausgesehen: einige CEOs von großen Unternehmen und bekannte Politiker. Und, fügte er an, ein Hippiefarmer in New Mexico. Alle lachten. Bevor er weitersprach, schaute er uns alle an. Der sei zwar nicht der reichste, fuhr er fort, aber mit Sicherheit einer der glücklichsten.

Er forderte uns dazu auf, einen Moment inne zu halten nach unserem Abschluss und zu überlegen, was uns glücklich mache. Und wenn wir einen Weg einschlagen und nach sechs Monaten feststellten, dass es der Falsche sei, dass uns die vermeintlich große Karriere oder prestigereiche Position in einer großen Firma unglücklich mache, dann sollten wir den Mut haben, einen neuen Weg zu gehen. Wir sollten am besten alle sechs Monate einen Termin in unserem Kalender einstellen, eine Stunde mit uns selbst. Uns und unsere Reise hinterfragen! Wir sollten, schloss er ab, nicht dem großen Geld folgen, sondern der inneren Zufriedenheit!

Die Harvard Business School steht wie fast keine andere Institution für Kapitalismus und große Karrieren. Ich hätte diese Abschlussrede an der Fletcher School erwartet, aber nicht hier. Wieder einmal lerne ich, dass ich vielen Dingen mit zu großen Vorurteilen begegne.

Was nun?

Eine Woche habe ich noch, um alles fertigzumachen. Und dann eine Woche, um alles wieder zu vergessen (wir nennen das “Dis-Orientation” und mehr muss ich dazu auch nicht sagen ;-)), und am 17.Mai ist meine Abschlussfeier. Bis dahin tauche ich jetzt erstmal ab und hinterlasse Euch ein paar Impressionen meiner letzten Wochen:

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