Wanderlust 

 

WanderlustAuf meinem Rueckflug von Vegas nach Boston habe ich am Flughafen diese Tasche entdeckt. Noch immer bin ich erstaunt darueber, welche Worte sich im Englischen behaupten konnten.

Gestern habe ich lange mit meiner Mama telefoniert. Viele Leute haben mich in letzter Zeit gefragt, wie ich es so weit entfernt von meiner Familie aushalte und irgendwie hat mich das zum Nachdenken gebracht: Sollte ich zurueckkehren? Vernachlaessigt man automatisch seine Familie und Freunde, wenn man weit weg ist. Pauschale Antworten auf diese Fragen gibt es keine.

Meine Mama sagte dazu gestern etwas, was mich erstaunt, mit ganz viel Dank erfuellt und bestaerkt hat, sie sagte:

“Dein Vater und ich haben Dich doch nicht erzogen, damit Du bei uns bleibst. Wir haben Dich erzogen, damit Du machen kannst, was Du willst und immer weisst, wo Deine Heimat ist.”

 

 

 

Schreib doch einfach mal was…

Die Angst vorm leeren Blatt…

mit der lebe ich, seitdem ich schreibe. Ich kann Reden halten, Veranstaltungen moderieren, mich beim Stammtisch in Rage diskutieren, aber wenn es um schwarz auf weiss geht, da kommen sie, die Unsicherheiten, Schweissausbrueche, die Selbstzweifel. Manchmal bin ich zufrieden mit meinen Erguessen, meistens halte ich es fuer unzureichend. Mein Blog, meine Therapie.

Wie Ihr wisst, arbeite ich fuer ein Software Start-Up in Boston. VMTurbo hat eine Software, mit der man Datencenter-Management automatisieren kann. Als ich im November angefangen habe, habe ich kein Wort verstanden. Das wird jeden Tag ein bisschen besser, allerdings mehr im Sokratischen Sinne: Ich erkenne mehr und mehr, was ich alles nicht verstehe.

VMTurbo hat einen Blog, einen echt coolen und fuer Marketing sehr erfolgreichen Blog, . Und als mein Chef den Vorschlag machte, ich solle einen Blogpost schreiben, wurde mir Angst und Bange. Ich verstand ja gefuehlt nur Bahnhof. Wie sollte ich denn etwas Brauchbares schreiben? Nach einigen Gespraechen mit Kollegen habe ich verstanden: Die Industrie, in der ich arbeite, ist ca 15 Jahre alt und entwickelt sich jeden Tag. Jeder lernt jeden Tag dazu und schreiben hilft beim Lernen. Es geht nicht um Perfektion, es geht um einfach mal machen und um gut genug. Wer darauf wartet, perfekt vorbereitet zu sein, verschwendet seine Zeit. 

Und so habe ich einfach mal gemacht und es wurde fuer gut befunden: mein erster englisher Artikel ueber Einsparpotential in Datencentern...

 

 

 

 

3 Minuten am Fenster zum Park

Neulich las ich einen Artikel “Are you addicted to doing?

Der ultimative Test: Kannst Du drei Minuten nichts machen ohne nervös zu werden?

Drei Minuten ist eine lange Zeit.

Das Küchenfenster mit der breiteren Fensterbank ist der Lieblingsplatz in meiner neuen Wohnung. Hier sitze ich oft und gucke, beobachte den Sonnenaufgang, den dichten Nebel. Je nach Licht verändert sich das Bild: Strahlende Metropole, in der Träume wahr werden; schlecht gelaunte Wolkenkratzer, die einengen. Nachts hingegen ist die Silhouette wie ein Malbuch für die Fantasie: In jedem Fenster wird gerade eine eigene Geschichte geschrieben, von der ich nicht Teil bin. Ein Wochenendarbeiter im Büro, heimlich, damit die Kollegen nichts davon erfahren. Ein Ehestreit. Ein Sonntagabend-Film.  Daumen drücken für die Patriots, ein Diplomatenempfang. Fertig für die Oper? Bringst Du die Kinder heute ins Bett? Die goldene Kuppel des Massachusettes State House, der puritanische weiße Spitzkirchturm und die leuchtenden Buchstaben der Superbank “State Street” objektivieren das Triumvirat aus Politik, Religion und Businessmacht, das dieses Land auch irgendwie ausmacht.

Sonnenaufgang in BostonSonnenuntergang Boston

Im Park ist eine Eisbahn, jeden Abend voll, der Anlaufpunkt für Dates; ein Kindertraum, im Boston Common bei leuchtenden Bäumen mit Papa Schlittschuhfahren. Die Heerscharen an frechen, überfetteten Eichhörnchen lauern auf jeden Krümel, der von den Eindringlingen fallen gelassen wird. Wenn der Wind günstig steht, höre ich die Durchsage: Keine Getränke auf dem Eis.

Eisbahn im Boston Commen

Neben dem State House, an der Ecke, ist der Fernsehsender Fox. Im selben Haus das Nobelrestaurant 9. Gäste werden hierhergefahren, am Wochenende abends stehen die Chauffeure rauchend vor dem Eingang und erzählen sich Witze. Kurz nach Thanksgiving waren überall Gärtner und haben die zum Park schauenden Fenster für Weihnachten dekoriert. An dieser Seite des Parks sind Gaslaternen, wie früher. Der Bordstein ist roter Backstein, kein Spaß mit Rollschuhen. Eine Ecke weiter, Tremont Street. Ein Seven Eleven, vor dem immer ein Obdachloser steht und die Tür aufmacht. Daneben ein Dunkin Donuts, das Starbucks nur eine Minute entfernt. Hier gibt es ein Museum, dessen Eingang hinter einem Vorbau mit Säulen liegt – hart umkämpfter Schlafplatz im Winter. Dahinter beginnt der Theater District mit dem Boston Ballet, dem alten Loews Kino, Leuchschrift, ein Hundertstel Broadway.

Im Park darf nicht geraucht werden. Joints sind anscheinend davon ausgenommen, sind ja schließlich pflanzlich. Hoch darüber Flugzeuge im Landeanflug auf Logan Airport. Wenn ich müde bin, spielen mir meine Augen einen Streich, rechne mit dem Flugzeug im neuen Millenium-Tower. Ein traurige, aber normale Assoziation in der heutigen Welt.

Test bestanden: Drei Minuten still zu sitzen. Ohne nervös werden. Ich werde eher klein. In jedem Fenster schreibt jemand seine eigene Geschichte, hat sein eigenes Weltkonstrukt, seine persönlichen Herausforderungen. Drei Minuten an meinem Fenster zum Park.

Winter in Boston's Public Garden.jpg

Tooi im Spiegel, Teil II

Ich freue mich, Euch von meinem Interview mit dem Spiegel berichten zu duerfen:

Vergangene Woche wurde ich von einem Spiegel Online-Redakteur interviewt. Wie es so ist als Deutsche in Amerika mit Donald Trump als potentiellem Praesidentschaftskandidaten.

In 2002 wurde ich von einer Spiegel-Redakteurin interviewt, wie es ist als Deutsche Austauschschuelerin in den USA, nachdem Deutschland sich nicht am Irak-Krieg beteiligen wollte:

 

Es war niemals nur ein Kleid…

Ich bin kurzfristig untergetaucht (worden)…Wohnungssuche, Jetlag, neue Arbeit, neue Arbeitskultur, Weihnachten, Skifahren, wieder Jetlag…und auf einmal ist Februar. Aber ich melde mich zurueck mit vielen bunten Geschichten ueber die US-Arbeitswelt, wie ich hier die Situation in Deutschland erlebe und wo es meine Fletcher-Freunde hinverschlagen hat.

Ich lerne gerade (*ja, die IT-Industrie*), wie man Webseiten programmiert und hoffe, dass ich Euch bald mit einer besseren bilingualen Version versorgen kann. Alles eine Frage der Zeit 😉

Fuer heute melde ich mich zurueck mit einer (fuer mich) freudigen Nachricht: Nach jahrelangen Diskussionen in meiner Familie und mit meinen Freunden und Kollegen ueber Frauen, Karriere und wie (oder ob) das alles unter einen Hut passen soll, nach vielen Zweifeln und Ueberlegungen, ob ich den richtigen Weg gehe, nach einer gescheiterten Beziehung, fuehle ich mich endlich wohl mit mir und meiner Reise und es gibt eine Kampagne, die das wunderbar auf den Punkt gebracht hat: Es war niemals nur ein Kleid…;-)

itwasneveradress

Connecting worlds: Face your hidden bias!

Facebook on Friday, 13th, after the dreadful attacks in Paris: Besides posts expressing great solidarity with France, I also came across disturbing posts, blaming refugees or condemning Islam. I was sitting on a train from NY to Boston, a working resident alien in the US, feeling helpless. What is it I can do? I am trying to encounter every person as a human being and a potential friend. Does that even count es “doing something” or should that not be booked as “that goes without saying”?

Suddenly I realized how important it is to be open to difference, and willing to learn from others. At the beginning of this week, my friend Deepti texted me some advice for my first week at my new workplace: “If you meet Indians at work, do not forget to wish them Happy Diwali.” I am so thankful for that text, my Indian friends and coworkers were pleasantly surprised that a white Christian remembered their most important holiday. Moments like these remind me why I introduced my “connecting worlds” articles to this blog, to emphasize the little things, to reveal other perspectives.

Especially after what has happened yesterday, I feel it is time for a post that will most likely be controversial. In one of my Harvard Business School classes, we spend a great amount talking about hidden biases. Every person has a hidden bias. And you cannot do anything against that bias, but to be aware of it. To confront yourself honestly and admit: Yes, I have a subconscious tendency to treat a person with certain features (color, religion, origin) differently than others.

One of my classmates, a brilliant speaker and very passionate scholar, shared a personal story with us in the classroom and I have asked him if he would be willing to share his feelings in my connecting world section. I am sharing this today because I want to remind myself and my readers that, in times like these, when we have been hurt and our deepest values have been attacked, we should not, not for one moment, let our biases get the best of ourselves. Comments welcome!

Sartre_Freedom

 

I am an Egyptian Muslim with both Egyptian and American citizenships. I was born in the U.S., about 3 weeks before my father was scheduled to graduate from the master’s program he was attending. After graduation, my parents flew me back to Egypt and began a working life in the Middle East. Consequently, I lived most of my life in Egypt and Saudi Arabia. Save for a 2-month study abroad program in California during undergrad, I had not spent extended periods of time in the U.S. When anybody asks me where I am from or which country I identify with, I reply “Egypt” without hesitation. One more thing, my last name happens to be a prevalent Muslim name in the Middle East and Asia.

 

About 2 years ago, I was accepted to Harvard Business School’s MBA program, and started studying there in August of 2013. And it is here where the challenge begins. Whenever I fly into Boston via an international flight -since I came to Boston for the very first time to interview with HBS and until now- I am stopped and questioned by the Transportation Security Administration (TSA). This has happened to me all but one time, out of about 20 (MBA students travel a lot).

 

Every time this happens, I am told to step aside by the customs officer while another escorts me to a quiet area. There, I am told to wait till they call my name. The waiting room usually has a couple of other people in it. They are always male, brown, and Muslim – by both name and homeland majority religion. Perhaps surprisingly, most of the people I meet there attend top programs at either Harvard or MIT. When my name is finally called (usually 20 minutes later), my bags are searched thoroughly, and I am questioned extensively. There is no limit to how intrusive or personal the questions are: I am asked about my immediate family, their marital situations, their careers, my political affiliations, what I am doing in the United States, why I am flying in now, whether or not I am “hiding” illicit materials, when I plan to fly out again, and how frequently I generally fly.

 

Aware that the TSA is answerable to practically no one, and that there is absolutely no way to escalate this situation or correct their behavior, I answer their questions in a half-dead, robotic kind of way. All the while, inside, I boil with anger every single time. The injustice of it all kills me. The fact that it delays my plans, the fact that I watch people who were standing way behind me in the customs line now leaving happily while I sit waiting for the nosy, imposing questions, the fact that I did nothing to deserve this other than having a last name that bodes suspicion to none but the most extreme and uneducated of rednecks; all of this drives me crazy. And I start thinking, how did this all come to be?

 

My thoughts have led me to conclude that the way the TSA flags possible dangerous suspects derives from data and intelligence, part of which must come from mainstream perception of Muslims in America. Therefore, far from the 40 uncomfortable minutes that I spend justifying myself in the airport, the worst feeling I have is when I leave the airport with the knowledge that I am now about to set foot inside a country where I am not at all sure that I am viewed in a positive or even neutral light – just because of my name. And even though I know that most people around me are educated and nuanced in their views, this does not stop me from being extremely angry with the way I am treated.

 

Far from accepting that this is the way things are, I find myself –every time- unable to suppress the desire to throw TSA employees the dirtiest look I could possibly muster whenever I am back in the airport. I make it clear that I do not want to have the slightest verbal or physical interaction with them, and I don’t answer them when they scream out instructions about what to put in the grey trays. I just want to distance myself from any TSA-controlled area as soon as possible, and I actually derive this sort of vindictive pleasure whenever they notice that I (nonverbally) make it crystal clear what I think of them.

 

I am –believe it or not- not an aggressive person. I’m well-educated, reasonable, and would love to do something nice for the world when I graduate. And yet the sheer injustice of the way I am treated simply takes over my every instinct when I am in the airport. At that moment, I forget all about how I want to do something beneficial with my life, and I find myself -despite myself- fixated on how to legitimately get back at the shallow, judgmental, people who for some reason think I may be a terrorist. Try as I might, I can’t shake off the ridiculousness of it all. There are 1.6 Billion Muslims on the planet, and yet for some reason the U.S. government gives merit to the possibility that any of them might be dangerous. Maybe if I were brought in to the flagging process I would see the logic behind it – although I doubt that.

 

As it stands, I am disgusted and revolted by the way I am treated. Till now, the U.S. has made it clear that I am not very welcome on its land – whether for business or pleasure.

 

A bold move: VW’s ad campaign in Germany’s biggest tabloid “BILD”

On October 3rd, Germany celebrates the 25th anniversary of Germany’s reunification. The newspaper “BILD”, equivalent to FOX news in terms of scandalizing, biased reporting and manipulating, has the highest circulation of any newspaper in Germany. On a hot topic day, they print 12 million papers. Today, in their “Happy Birthday, Germany” edition, the car manufacturer Volkswagen played an unusually prominent role: The company appeared on the first page, and occupied two full page-ads that I would like to explain to an international audience.

BILD_Titel

Front Page: Directly underneath BILD’s logo, there is a Volkswagen ad, saying: “Thank you for 25 years of faith”. Being a marketing professional, the location of this ad almost had me thinking whether this was a corporate publishing coup initiated by VW in partnership with BILD.

  • Ad 1: This text means “unity and justice and …” and depicted is one of VW’s stardom cars, the beetle

BILD_unity, justice and beetleTo put this into the right context: “Unity and Justice and Freedom for the German Fatherland” is the first verse of Germany’s national anthem. There is a lot of room for interpretation of this ad. My first idea was that by substituting the word freedom with the VW beetle, they intend to say that VW has been the company who’s brought an affordable car to German households. You may also derive at the interpretation that as much as these values belong to Germany, so does the Volkswagen, which means “the people’s car”.

  • Ad 2: Volkswagen congratulates Germany on 25 years of unification

BILD_congratulationsWhat do I make out of this? The story of Volkswagen is a German story. While it is great that the company portrays its happiness about the country’s reunification that prominently, the question that remains is whether VW had planned this very expensive birthday card before or after the emissions scandal. In addition to that, no other traditional German company has placed birthday wishes in the paper and there are a couple of international companies with German roots like Bosch or Siemens.

I come from a town that hosts the second largest Volkswagen plant in Germany. Many of my former school mates now work at the company. In the German language, there is an special way of expressing the identification with an employer. When asked who they work for, people don’t respond “I work for Volkswagen”, they respond “I am Volkswagen”. This region truly is Volkswagen, the local government’s prosperity and almost every sports team’s sponsoring depends on the VW.

To me personally, VW has been the manufacturer of a car for a person that does not need to show off. Comparing the claims of the biggest German car manufacturers underlines this brand image. From BMW claiming Happiness (“Freude am Fahren”) or Mercedes stating The best or nothing (“Das beste oder nichts”) to Audi promising Advancement through technology (“Vorsrpung durch Technik”), VW simply offers the car (“Das Auto”).

Not knowing about VW’s intentions to place these ads in this morning’s BILD paper, to me this presents a very bold move that is not in accordance with its humble brand image. I am curious about your thoughts!

By the time you are 30…

As a child, I injured myself a lot. No kidding, I basically wore a bandaid on my knee as a fashion statement. My grammer school PE teacher (sidenote: He used to call me “Fräulein Weißfrau”, which means “white woman”. My last name Schwarzmann means Blackman and he said he could not bear looking at me, meaning the pale blond, girl and call me by my last name) always ensured me that “by the time you are 30, your wounds will be healed”.

In High School, “by the time we are 30” was basically our terminal value calculation, because there was no horizon beyond 30, except for old.

During my early twenties, by the time I am 30 meant that I will have a lot of, if not all the answers, to many questions prevalent in my twenties: What do you want to do? Where will you live?

Well, that time is here now. I am 30! Instead of still seeking definitive answers to questions that can only be answered impermanently, I embrace the questions, grapple with the insecurities and enjoy the surprises. Yesterday, I took the time to simply be in my beautiful Boston, stroll through town and talk a lot with the people that are important to me.

My family sent me this. I am attaching it just so you see, the nickname is a real thing :-)

My family sent me this. I am attaching it just so you see, the nickname is a real thing 🙂

And, guess what? By the time I am 40 I want to look back and be able to say that I have always managed to take enough time for the people that are important to me, wherever on this planet they are.

Millions of Germans use social media to speak up against nationalistic sentiments

In the face of the refugee influx in Germany, you can currently observe a lively debate between people expressing skepticism all the way to right extremist opinions regarding the  refugees and those welcoming refugees. And it seems as if the German people are waiting for somebody to speak up, so they can support them.

24 Hours ago, two young TV starts Joko&Klaas (known for the show “Circus Halligalli, in which they send eachother around the world to do crazy and funny dares) published a video on Youtube, stressing how important it is to speak up against Nazi sentiments. They address the video directly to those people who have expressed antagonizing sentiments against the refugees or openly supported the nationalistic attacks. They tell them very clearly and boldly that they do not want any of them to watch their shows anymore, that refugees are welcome and that they condemn any attacks on refugees.

With the headline of the video “Das wird man wohl noch sagen dürfen” which is a very commonly used expression meaning “people should be allowed to say this”, they intend to give many people a taste of their own medicine. During the past several weeks, many people started arguments against refugees by saying “I am not a Nazi, but…” or “One should be allowed to say that…” only to make a point that exactly resonated with nationalistic thinking.

Joko & Klaas have posted their video on Youtube, tweeted about it, posted it on Facebook. After 24 hours, the video has almost 2Million viewers, it received received 53,000 thumbs up, 2500thumbs down and there are currently 7000comments on Youtube.  It was already shared more than 75,000times on facebook and their hashtag #mundaufmachen is among the most trending Twitter Hashtags currently.

Two aspects of this viral phenomenon are worth mentioning:

(1) The strong social media support for this video shows that people are willing and eager to speak up in order to welcome the refugees and oppose any nationalistic sentiments.

I have downloaded this morning’s tweets that were produced from 05.30 – 09.30am (Central European Time). Unfortunately, Twitter limits the amount of tweets downloadable for analysis, so I ended up with roughly 2000 Tweets that contained the hashtag #mundaufmachen. Those tweets have an outreach of in total 70Million Followers. In this network you can see that people not only share the link to the video and the hashtag, they also address Joko&Klaas directly. A rough look through the content of the tweets suggests that the tweets are overwhelmingly supportive of the video.

This is how a Twitter network looks like. Every dot is a tweet. A circle around the dot means that people just tweeted something with the hashtag #mundaufmachen. If there is a line, they addressed someone, using @. The read dot is Klaas’ twitter account, showing how many people addressed Klaas in their tweets.

Twitter analysis by Franziska Schwarzmann

Twitter_Network_mundaufmachen

This graph is showing all those tweets that were directed at Joko or Klaas or their show’s account Halligalli and that were sent by people that have more than 1000 Followers. The most common hashtags that were used besides #mundaufmachen were #refugeeswelcome and #heidenau (which is the name of the small town where nationalists attacked a refugee camp).

(2) Whenever there is a nationalistic comment about this video, people are speaking up in favor of it. Even if the tone is not always the right one, social media channels serve as a platform for many people to express themselves without too much effort.

Arbeitssuchend

Hier bin ich. 29. Meine letzten zehn Jahre? 1,4 Abi. 1,7 B.A. Politikwissenschaft, FU Berlin. 1,7 M.A. Internationale Beziehungen, The Fletcher School & Harvard Business School Boston. Stipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung, Journalistische Nachwuchsförderung. Vier lange Praktika. Bundesvorstand der Jugendpresse Deutschland. PR-Volontariat, anschließend Referentin für Onlinekommunikation. Bilingual.

Hier bin ich. Eine von diesen gut qualifizierten Millenials. Ich will arbeiten. Ich suche eine Stelle, die mich fordert. Eine Stelle, mit der ich ins Ausland gehen kann. Und, jaja Generation Y, ich habe auch diese total anmaßende Vorstellung, dass ich täglich Spaß an der Arbeit haben kann. Mit Vorgesetzten, die mich fördern und fordern und einem tollen Team. Das war bei meinem letzten Arbeitgeber, der Carl Zeiss AG, der Fall.

Hier bin ich. Mit ein paar Geschichten und Einsichten von der Jobsuche, die das Leben bunter machen.

1.) Globalisierte Arbeitswelt 

April 2015. Erstes Interview. Vielverpsprechendes Start-Up. Jung, motiviert. Ein Recruiter saß in einem meiner Corporate Strategy-Kurse. Ob ich Lust hätte auf internationale Geschäftsentwicklung, Europäischer Markt. Es folgten Emails, ein Telefoninterview mit dem Gründer. Alles gut. Bis zur Frage nach der Arbeitserlaubnis. Nach dem Studium in den USA dürfen Internationals ein Jahr lang arbeiten. Danach brauchen sie eine Arbeitserlaubnis, das h1b-Visum. Herausforderung: Der h1b-Antrag kostet mehrere Tausend Dollar. Und: Der Arbeitgeber muss bescheinigen, dass es keinen passenden Amerikaner für den Job gibt. Mein Start-Up-Job war damit hinfällig: Wir können derzeit keine Arbeitskräfte sponsoren…

Ich höre diesen Satz nicht zum letzten Mal. Die EU macht dasselbe mit ihren Internationals. Kein wirklicher Trost.

2.) Kein Kontakt, keine Chance

Eine Stellenausschreibung, die perfekt auf mich passt. Lebenslauf und Motivationsschreiben: mehrere Stunden. Abgeschickt. Hoffen. Eine Woche, zwei Wochen…zehn Wochen. Nachhaken. Keine Antwort. Es wird auch in den meisten Fällen keine kommen. Job-Kaltakquise bringt in den USA nichts. Neue Strategie: Stellenausschreibung. Klinken putzen: Wen kenne ich, der jemanden kennt, der usw… Ohne, dass ich mit jemandem innerhalb der Organisation gesprochen habe, läuft nichts. Netzwerken. LinkedIn ist mein neuer Freund. Ich habe das Jobseeker-Profil, darf wildfremde Menschen auf gut Glück anschreiben. Mein Anliegen in 100Worten? Kein Problem. Irgendeine Gemeinsamkeit kann ich schon aus meiner Zielperson rausstalken. Was ein Zufall? Wir beide lieben die New England Patriots; Sie lesen auch den Economist; Sie sind auch ein Jumbo; War das nicht eine tolle Veranstaltung letzten Donnerstag? Netzwerken. Gut, dass ich auf so vielen Cocktail- und Häppchen-Parties war in den letzten Jahren. Bewaffnet mit Visitenkarte, Lächeln, Elevator Pitch.

3.) Bitte keine Bescheidenheit

Das Office of Career Services an meiner Uni: Lebenslauf-Tuning. Was hast Du im Kosovo gemacht, im Lager der Deutschen Soldaten? Du hast vor dem CEO präsentiert? Das müssen wir viel besser darstellen. – Ein Ringen um Superlative, adäquatere Verben. Habe ich das bearbeitet, gemanaged, verantwortet? – Ein Mix?

Meine Karrriereberaterin schaut auf, legt den Stift hin, holt tief Luft. Pass mal auf: Wenn ein Amerikaner 48h auf dem Flughafen in Jordanien strandet, dann taucht das in seinen Lebenslauf als Business-Erfahrung in den Emerging Markets auf. Du musst besser sein als die Amerikaner, um hier einen Job zu kriegen. Lügen soll man nicht, aber seine Erfahrung in hübsche Wortkleider packen. Sie lacht. Den Europäern fiele das immer so schwer.

Hier bin ich: Communications Expert, Facilitator, Digital Strategist, Business Analyst mit Erfahrung in Brand Management, Project Management, Website Design und quantitative Modeling. Besondere Begabung für Relationship Management, Storytelling and Public Speaking. In meinem Motivationsschreiben erwähne ich immer, dass ich eine gesunde Portion Humor mitbringe. Sonst fange ich noch an zu weinen.